THE ARROGANT WORMS

veröffentlicht 1992
Bestellnummer: AW-444 (Festival Distribution)
Trackliste
1. The Last Saskatchewan Pirate
2. The Credit Song
3. Let's Go Bowling
4. Goin' Huntin'
5. Don't Go Into Politics
6. No Sale/No Store
7. The Canadian Crisis
8. The Ballad of Dan
9. Car Full of Pain
10. I Want To Look Like Arnold
11. Jesus' Brother Bob
12. The Christmas Song
produziert von Andy Thompson
Die Band: Mike McCormick, Trevor Strong, John Whytock, Steve Wood
Gastmusiker: John Loughrey, Spencer Evans, Codrington Philharmonic Orchestra
Texte unter Texte (irgendwie logisch, oder?).
REVIEW
Das 1992 erschienene Debütalbum der Würmer beginnt gleich mit dem größten Klassiker und Trademarksong der Band, "The Last Saskatchewan Pirate". Die frühe Version des Kultsongs kann sich noch nicht mit der späteren Interpretation auf "Live Bait" messen, deutet aber schon spätere Glanzleistungen an. Es schließen sich entspannte Bossa-Rhythmen mit dem "Credit Song" an, bevor mit "Let's Go Bowling" ein Höhepunkt des Albums folgt, bei dem sich die Worms erstmalig an einer Beach-Boys-mäßigen Surfrocknummer versuchen, was dank eines eingängigen Singalong-Refrains und einem catchy Gitarrenriff auch mühelos gelingt. "Goin' Huntin", eine Redneck-/Backwood-Persiflage kommt stilecht im Cajun-Stil, es folgt mit "Don't go into Politics" ein weiterer Volltreffer. Mit wenigen Worten und wieder einem absolut ohrwurmtauglichen Refrain kommen die Würmer hier schnell auf den Punkt. Die Radiowerbungsparodie "No Sale/No Store" markiert das einzige Stück Sketch-Comedy, an dem sich die Worms bislang versucht haben, ein bißchen schade, denn auch da hätte die Band Potential (wie sich ja auch bei diversen Jokes auf dem Live-Album zeigt). "The Canadian Crisis Song" markiert den ersten Versuch der Band, mit orchestraler Unterstützung zu arbeiten, wird aber Nicht-Kanadiern inhaltlich weitgehend verschlossen bleiben. "The Ballad of Dan" wird sich wohl nie zu eionem meiner absoluten Favoriten entwickeln, musikalisch zwar eine gelungene Country-Hymne, aber für meinen Geschmack mit etwas zu wenig Gag-Potential. "Jesus' Brother Bob", ein weiterer Hit der Band, folgt, wobei sich auch hier die frühe Studioversion nicht mit dem Enthusiasmus der "Live Bait"-Fassung messen kann (außerdem fehlt mir das "Judas"-Bit). "I want to look like Arnold" dürfte textlich einer der fiesesten Songs sein und könnte von dicken Menschen, äh, "persons of size" ((c) Local Anxiety)), als ziemlich beleidigend aufgefaßt werden. "Car Full of Pain" bringt dann die geballte Ladung Blues, auch hier bevorzuge ich zwar die "Live Bait"-Fassung, dafür ist die Studiofassung nicht zensiert. Leider ist Trevor's Mundharmonikasolo nicht so ausgeprägt wie bei der Liveversion. "The Christmas Song" schließlich, später auch auf "Christmas Turkey" wiederverwendet, zerlegt die harmonische Familienweihnacht im besten Irish-Folk-Stil in ihre Bestandteile.
Fazit: "The Arrogant Worms" ist vielleicht nicht unbedingt das Album der Worms, das man unbedingt haben müßte. Immerhin vier Songs des Albums sind in durchweg besseren Versionen auf "Live Bait" zu haben, den "Christmas Song" findet man ebenfalls in einer technisch besseren Einspielung auf "Christmas Turkey" und von den restlichen Songs erreichen nur "Let's Go Bowling" und "Don't Go Into Politics" absolutes Top-Worm-Niveau. Für Komplettisten ist das Album natürlich unverzichtbar, wobei als Manko die extrem kurze Spielzeit von nicht einmal 30 Minuten bleibt.